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Flaschenpost – Message In A Bottle

Die Flaschenpost „aus dem Meer“ ist heute insbesondere als Überbringer von meist persönlichen Nachrichten bekannt, häufig wurde sie jedoch auch im wissenschaftlichen Bereich eingesetzt. So wurde die Flaschenpost im 19. Jahrhundert vielfach zur Erforschung von Meeresströmungen auf die Reise gebracht. Auch in Deutschland bediente man sich dieser Methode. Das Prinzip ist ganz einfach. Eine leere Flasche mit einem vorbereiteten Formular wurde den Kapitänen von deutschen Handelsschiffen mitgegeben. Diese haben sie dann auf einer ganz bestimmten vorher festgelegten Längengradposition über Bord geworfen. Auf dem Formular wurde der Finder der Flaschenpost gebeten, den Fundort und das Datum einzutragen und dieses dann an die „Deutsche Seewarte“ in Hamburg zu schicken.

In Deutschland gilt Georg von Neumayer (21.6.1826 - 24.5.1909) als Begründer für den Einsatz von Flaschenposten zur Analyse der Meeresströmungen. Die Erforschung der Naturverhältnisse der Meere und die Polarforschung zählten zu den Lebensaufgaben des Visionärs Georg von Neumayer. Seine nautisch-meteorologischen und hydrografischen Arbeiten ermöglichten die Herausgabe von Segelanweisungen, Atlanten, Wetterjournalen und Wetterkarten durch die „Deutsche Seewarte“. Unter von Neumayer als Direktor der „Deutschen Seewarte“ in den Jahren 1875 bis 1903 wurden auch der telegrafische Wetternachrichtendienst und der Sturmwarndienst an den deutschen Küsten organisiert. Das Windmessgerät für den Pariser Eiffelturm stammt aus der Entwicklungsarbeit von Georg von Neumayer. Aus der „Deutschen Seewarte“ gingen viel später dann das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und das Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes (DWD) als eigenständige Institutionen hervor.

Weitere Meilensteine in der Karriere des Pfälzer Wissenschaftlers waren: Gründung und Leitung des Flagstaff-Observatoriums für Geophysik, Magnetismus und Nautik in Melbourne (1856 bis 1864), Präsident der Pollichia - dem Verein für die naturwissenschaftliche Forschung in der Pfalz (1968 bis 1873), Hydrograph der Admiralität in Berlin sowie die Organisation von Expeditionen und Weltumsegelungen (1871), Initiator des 1. Internationalen Polarjahrs (1882/83) und die erste deutsche Südpolexpedition unter Erich von Drygalski (1901).

Und posthum wurde die erste deutsche Antarktis-Forschungsstation nach Georg von Neumayer benannt (1981).

Quelle: www.dwd.de

(21. Mai 2009 – eilunh.de / Renate Lorenzen)


Die Wetterwarte des DWD am Beispiel Rostock-Warnemünde

Die Wetterwarten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind mit Fachpersonal besetzte meteorologische Stationen. Neben den Wetterwarten betreibt der DWD Wetterstationen. Diese arbeiten im Gegensatz zur Wetterwarte vollautomatisch, d.h. eine Wetterstation ist nicht mit Personal besetzt. An die Wetterwarten ist ein Klimagarten zur Erfassung der Messdaten angegliedert. Neben der Verarbeitung der im Klimagarten erfassten Messdaten gibt eine Wetterwarte Auskünfte über das aktuelle Wetter, und vielfach werden Wetterberatungen für spezielle Kunden, wie z.B. Fischer oder Veranstalter, angeboten.

Im Messnetz des DWD gibt es 175 hauptamtliche und rund 2000 nebenamtliche Stationen. Damit ist das Messnetz des DWD eines der größten und dichtesten Messnetze zur Beobachtung des Wetters und Klimas weltweit.

Der Klimagarten einer Wetterwarte ist ein Messfeld mit einer meteorologischen Messstation. Das Aussehen eines Klimagartens orientiert sich an den Vorgaben der WMO (World Meteorological Organization). Die Klimahütte für synoptische Beobachtungen befindet sich genau zwei Meter über dem Erdboden auf einem Träger. Der Regenmesser im Klimagarten ist in einem Meter Höhe angebracht, die einzelnen Erdboden-Thermometer finden wir in 5, 10, 20, 50 und 100 cm Tiefe. Das Erdbodenminimumthermometer steht auf einer Halterung in 5 cm Höhe über dem Erdboden. In 10 Meter Höhe auf einem Mast wird in Form einer Wildschen Windfahne oder eines Anemometers der Wind gemessen. Weitere Messvorrichtungen gibt es für die Messung der Sonnenscheindauer (Autograph) und zur Messung der Globalstrahlung.

Im Raum Rostock wurde mit den systematischen Wetteraufzeichnungen bereits im Jahre 1832 begonnen. An der ältesten Universität Norddeutschlands in Rostock beobachtete damals ein Professor das Küstenwetter in der Gegend. Diese Wetteraufzeichnungen, die auf drei Messungen täglich basierten, gehören zu den ältesten regelmäßigen Wetteraufzeichnungen in Mecklenburg-Vorpommern. Gemessen wurden Lufttemperatur, Luftdruck und Niederschlagsmenge. Besonders diese langen Beobachtungsreihen sind heute bei der Einschätzung des Klimawandels von unschätzbarem Wert. Seit 1946 wurden die Messungen dann in Warnemünde durchgeführt. Heute gehört die rund um die Uhr mit Personal besetzte Wetterwarte Rostock-Warnemünde zum Deutschen Wetterdienst (DWD). Messungen finden inzwischen im Minutentakt statt.

Die Wetterwarte Rostock-Warnemünde ist das einzige Dünenmessfeld an der deutschen Ostseeküste. Es kommt vor, dass bei ungünstigen Windverhältnissen das Areal mit den Messinstrumenten vom Dünensand zugeweht ist und von den Wetterbeobachtern aus Warnemünde-Rostock erst frei geschaufelt werden muss.


NAVTEX - Wetter- und Warnfunkdienst für seegehende Schiffe

NAVTEXNAVTEX (NAVigational TEXt messages) ist ein internationaler automatischer Wetter- und Warnfunkdienst für seegehende Schiffe. 120 NAVTEX-Sender stehen weltweit zur Verfügung – davon 50 Sender in Europa und dem Mittelmeerraum.

Empfangene Nachrichten werden gespeichert oder ausgedruckt, so dass niemand mehr die Wetterberichte und nautischen Warnnachrichten mitschreiben muss. Wetter-, Navigationswarnungen, Seenotmeldungen, Warnungen vor Piratenangriffen und Eisberichte werden über NAVTEX gesendet.

NAVTEX-Informationen werden von Landstationen im Telex-Betrieb mit einer sog. Fehlersicherung (Forward Error Correction = FEC) auf der Frequenz 518 kHz in englischer Sprache verbreitet. Jeder Sender ist für ein bestimmtes Seegebiet im Umfang von 250 bis 400 Seemeilen zuständig. Auf der Frequenz 490 kHz können Informationen in der jeweiligen Landesprache gesendet werden. In tropischen Gebieten werden NAVTEX Sendungen auch über Kurzwelle auf 4209,5 kHz ausgestrahlt. Diese Frequenz ist gegen atmosphärische Störungen weniger anfällig als die Mittelwellenfrequenzen 490 und 518 kHz. Da alle NAVTEX-Sender auf der gleichen Frequenz arbeiten, müssen Stationen innerhalb der Reichweite anderer Sender zeitversetzt arbeiten. Man vermeidet damit Störungen durch Überlagerung. Wegen größerer Reichweite der Mittelwelle in der Nacht wird deshalb die Sendeleistung abends gedrosselt.

Jeder NAVTEX-Sender kann alle 4 Stunden für 10 Minuten auf Sendung gehen. Pinneberg sendet auf der Frequenz 490 kHz um 0150, 05.50, 09.50, 13.50, 17.50 und 21.50 UTC = Weltzeit.

Sehr wichtige Informationen werden bei den NAVTEX Empfängern automatisch ausgedruckt, weniger wichtige können unterdrückt werden. Zu den wichtigen Meldungen gehören nautische und meteorologische Warnungen sowie Seenotmeldungen und Warnungen vor Piraten. Alle Meldungen haben verschiedene Dringlichkeiten.

Es gibt 3 Stufen:

Lebenswichtig (vital) für die sofortige Übertragung
Wichtig (important) für Ausstrahlungen sobald die Frequenz frei ist
Routine für die Übertragung gemäß Sendeplan

Der erste NAVTEX-Sender der Welt wurde bereits 1968 in Norwegen in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahre sind viele Küstenanrainerstaaten mit eigenen NAVTEX-Sendern hinzugekommen. Für Deutschland hatten in der Vergangenheit Schweden und die Niederlande die Ausstrahlung von Warnungen übernommen. Um die Sicherheit der Seeschifffahrt zu verbessern, wird die Bundesrepublik Deutschland nunmehr mit einem eigenen NAVTEX Sendebetrieb beginnen.

NAVTEX wird, da es im Vergleich zu teuren Satellitenempfangsanlagen ein relativ kostengünstiges und außerdem sehr zuverlässiges Funksystem ist, sicher noch eine lange Zukunft haben.

(Quelle: www.dwd.de)


Die Wetterfunksendeanlage (WFS) Pinneberg

Erste Versuche, Wettermeldungen und Wetterberichte per Funk zu übertragen, gehen auf das Jahr 1931/1932 in Deutschland zurück. Seinerzeit entwickelte die Deutsche Luftfahrtindustrie erste Luftschiffe und Langstreckenflugzeuge zur Überquerung des Nord- und Südatlantiks. Die Funktechnik im Bereich der Kurzwelle (KW) war damals schon soweit entwickelt, dass ein ständiger Funkkontakt zu den Flug- und natürlich auch Seeobjekten möglich war. Allerdings gab es in Deutschland noch keine Anlage, die flugtechnische und meteorologische Betreuung durchführte.

Ein erster Kurzwellensender für diese Zwecke wurde Anfang der dreißiger Jahre in einem Senderhaus auf dem Flughafen Fuhlsbüttel untergebracht. 1934 prallte unglücklicherweise ein Passagierflugzeug bei einem Schlechtwetteranflug gegen die Sendemasten und stürzte ab. Alle Insassen kamen ums Leben.

Diese Katastrophe veranlasste die damalige Luftfahrtverwaltung zum Neubau einer Senderzentrale mit gleichzeitiger Empfangsanlage für den Überseefunkdienst. Ein geeignetes Gelände fand man schließlich in Pinneberg – ein mooriges Wiesengrundstück von ca. 10 Hektar Größe.

Mit dem Neubau wurde kurzfristig begonnen und Ende 1935 ein erster Betrieb mit 3 Langwellensendern und 3 Kurzwellensendern aufgenommen, 4x für den Luftfahrtbetrieb, 1x für die Deutsche Seewarte zur Wetterausstrahlung, 1x für den Überseefunkdienst. Dazu wurden jeweils zwei 76 m bzw. 78 m hohe Eisengittermasten für die erforderlichen Antennen errichtet. Bis 1939 wurde die Sendestation dann weiter ausgebaut auf 6 Langwellen- und 9 Kurzwellensender einschließlich der dazugehörenden Antennen.

Doch dann kam der 2. Weltkrieg, und der mühsam aufgebaute Überseefunk wurde eingestellt. Die Einrichtungen wurden von der Luftwaffe übernommen und die Angestellten als Soldaten eingezogen. Kurz vor Ende des Krieges sollte ein Sprengkommando die Fundamente und Masten zerstören. Nicht bekannte Umstände ließen dieses Vorhaben jedoch scheitern.

Nach dem Krieg wurden die Sendeeinrichtungen dann zunächst weitgehend von der Besatzungsmacht genutzt. Im Oktober 1950 wurde die Sendezentrale Pinneberg von der Besatzungsmacht an das damalige Meteorologische Amt für Norddeutschland übergeben. Die offiziellen Bezeichnung war Wetterfunksendeanlage Pinneberg.

1953 entstand der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit der Zentrale in Offenbach. Mit der Verabschiedung des Gesetzes für den Deutschen Wetterdienst, in dem die Gewährleistung der meteorologischen Beratung für die Seefahrt und Luftfahrt festgeschrieben wurde, wurde die Wetterfunksendestelle Pinneberg zu einem unentbehrlichen Bestandteil für den DWD.

Der Seewetterdienst innerhalb des DWD wurde weiter ausgebaut. Zur Beobachtung auf See entstanden Bordwetterwarten auf Forschungsschiffen und Fischereischutzbooten. Parallel dazu wurde auch die Funkstelle Pinneberg immer weiter ausgebaut. Neue Sender und Antennen wurden installiert.

Die Sturmflut 1962 setzte die ganze Umgebung des WFS unter Wasser – das Gebäude konnte nur über eine Leiter durch die Fenster betreten werden. 1978/1979 hatte man mit schweren Schneemassen zu kämpfen, bis zu 4 m hohe Schneeberge mussten beseitigt werden. 1983 brannte das Antennenhaus zur Anpassung der Langwellenantenne ab. 1998 war ein ereignisreiches Jahr, die vier Sendemasten die 1934 errichtet wurden (damals schon gebraucht) waren sanierungsbedürftig und mussten erneuert werden. Sie wurden durch zwei 99 m hohe Türme ersetzt. Anfang 2001 erfolgte die Beschaffung eines zweiten Langwellensenders, um bei Störungen bzw. Wartungen die Ausstrahlung von Wettermeldungen weiter zu gewährleisten.

Im Rahmen der Optimierung der Sendefunkanlage erfolgt eine ständige Erweiterung und Anpassung der Senderanlage und deren Antennen. Heute besteht die Wetterfunksendeanlage Pinneberg aus 13 Kurzwellensendern für die weltweite Übertragung von Wetterdaten- und Karten mit Sendeleistungen zwischen 1 kW und 20 kW sowie einem 20 kW-Langwellensender in Voll-Transistortechnik für Funkfernschreiben, der  zusätzlich die Versorgung des Nahfeldbereiches (ca. 3000 km Radius) übernimmt.

Arbeitsinhalte der WFS Pinneberg sind:

Wettermeldungen
Warnungen
Seewetterberichte
Wetter-, Seegangs- und Eiskarten
Informationen über tropische Wirbelstürme
Nautische Warnnachrichten in deutscher und englischer Sprache

Nutzer der WFS Pinneberg sind:

Berufs- und Sportschifffahrt
Bordwetterwarten
Bundesmarine

Den störungsfreien Sendebetrieb rund um die Uhr sichert in Pinneberg eine qualifizierte Fachgruppe, die aus vier Systemtechnikern besteht.

(Quelle: www.dwd.de)


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