Weisse Wiek Boltenhagen
Ferienresort auf der Halbinsel Tarnewitz mit Yachthafen, Restaurants, Badestrand ...
Sankt Anna Schären
Im Schärengarten von Östergötland
Langballigau
Idyllischer Ort an der Flensburger Förde mit Yachthafen, Badestrand, Wanderwegen ...
Bergs Slussar am Göta Kanal
Ausflugtipp - Schleusentreppen in Berg
Eckernförde
Charmantes Ostseebad an der Eckernförder Bucht ...
Mit dem Boot durch Schweden
Auf dem Göta Kanal von der schwedischen Westküste zur Ostküste
Fehmarnsundbrücke
Die Verbindung zur Insel Fehmarn ...
Schären bei Västervik
Mit dem Boot durch idyllische Landschaften
Grenaa
Hafenstadt am Kattegat auf der dänischen Halbinsel Djursland

Der Norden ruft – Von Berlin bis zum Nordkap

Der folgende Bericht wurde uns von Roswitha Zellmer (67 J.) und Manfred Eichert (72 J.) zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns dafür ganz herzlich. Das Rentnerehepaar suchte eine neue Herausforderung und ging mit seiner SY MAROS im Mai 2013 auf einen viermonatigen Ostsee-Segeltörn.

Törnbericht von Roswitha Zellmer und Manfred Eichert - SY MAROS auf Ostseetörn (13. Mai - 2. Oktober 2013)

Ein Törn durch 4 Länder: Berlin – Stettin – Bornholm - Kalmar Sund – Gotland - Alands/Mariehamn - Schwedische Ostküste - Bottnischer Meerbusen - Höga Kusten - Polarkreis - Nord Kap (per PKW) – Stockholm – Göta-Kanal – Kopenhagen – Stettin - Berlin

Das Motto der Reise: Der Norden ruft

ostseetrn1Idyllische Sonnenuntergänge auf der Ostsee (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Wir wollen es wieder einmal wagen und stellen unsere Reise unter das Motto: Der Norden ruft - viel Erleben, viel Segeln und die schönen Ecken genießen.

Unser Reisezeitfenster beträgt ca. 4 Monate, so dass wir schlechtes Wetter auch aussetzen können. Im Vergleich zu den Vorjahren, wo wir die „Kleine Ostsee" rundeten, oder die schwedische Westküste bis hinauf nach Oslo besuchten, wollen wir dieses Jahr die schwedische Ostküste im Bottnischen Meerbusen ggf. bis zu den Höga Kusten kennenlernen. Wieder eine besondere Herausforderung für unsere kleine „Eierschale" - eine Sirius 24, zwar ein kleines Boot, jedoch für Küstengewässer Fahrten durchaus geeignet, und so erschien dieses Vorhaben auch machbar. Der Kielschaden aus dem Vorjahr wurde durch einen versierten Bootsbauer repariert.

Die MAROS ist für uns ein verlässliches Boot. Hier nochmals die technischen Daten der SY MAROS:

  • Baujahr 1979
  • Bootslänge 7,20 m
  • Tiefgang 1,20 m
  • Segelfläche 30 m2
  • 7 PS Volvo Saildrive Motor

Weitere Ausrüstung wie automatische Pinnensteuerung, GPS Garmin, 6 Automatik Rettungswesten, Sicherheitsgurte, sämtliches Kartenmaterial befand sich an Bord. Zur weiteren Sicherheit wurde ein Garmin Seekartenplotter 521 s eingebaut.

Die Reise startete am 13. Mai 2013 in Berlin und dauerte 143 Tage bis zum 2. Oktober 2013. Ziel waren die Schären der schwedischen Ostküste bis hinauf in den Bottnischen Meerbusen (Höga Kusten UNESCO-Welterbe). Die Gesamtstrecke betrug 2.050 sm davon 986 sm unter Segel. Relativ häufige Kanal- und Schärenfahrten, aber auch ein maßvolles Sicherheitsdenken sowie Gegenanwind und Flauten erklären den Motorenanteil. Einen besonderen Wunsch haben wir uns nach spontaner Überlegung zusätzlich erfüllt. Mit dem PKW sind wir von Härnösand (die SY MAROS lag gut vertäut für 5 Tage in der Marina) zum Nordkap gefahren.

Unsere Reiseziele

Der Törn an sich ging über Berlin, Oder-Havel-Kanal, Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße, West-Oder, Stettin (dort wurde der Mast gesetzt), Swinemünde, Saßnitz, Bornholm, Simrishamn, Insel Hanö SE, Kristianopel, Kalmar, Byxelkrok/Öland, Visby/Gotland, Farö-Sund, Mariehamn Alands, Öregrund, schwedische Ostküste, Härnösand (5 Tage Fahrt mit dem PKW zum Nordkap), mit Übernachtungen in Skelleftea, Haparanda und in Honningsväg an der norwegischen Küste, dann mit Südkurs über Skatan, Grisslehamn West, Vaddö-Kanal, Furusund, Stockholm, Waxholm, Mälar-See, Mariefried, Trosa, Öxelesund, Mem, Göta-Kanal, Trollhättan-Kanal, Göteborg, Öre-Sund, Helsingör, Kopenhagen, Klintholm, Kloster /Hiddensee, Peenestrom, Stettin, zurück zum Heimathafen bei SCF Fraternitas in Berlin.

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Fahrt SY MAROS von Berlin nach Härnösand (Höga Kusten) und zurück
nach Berlin 2.050 sm (entspricht ca. 4.000 km).

 

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Fahrt mit PKW von Härnösand bis zum Nordkap über schwedisch-finnisch- und
norwegisch-Lappland und zurück (3.400 km)

Wind und Wetter - Viel Glück mit reichlich Sonnentagen

Mit dem Wetter hatten wir tatsächlich viel Glück, reichlich Sonnentage je weiter wir nordwärts kamen. Die ersten Wochen hatten wir ständigen Ost Nord Ost Wind gegen an, so dass wir öfters den Motor zu Hilfe nehmen mussten. Natürlich war alles von den Wetterberichten abhängig, die wir ständig über das Internet (Laptop) verfolgten. Bei Wetterverschlechterung wurde zum" Relaxen" Hafentage eingelegt. Nachtfahrten erfolgten in Ausnahmefällen, so z.B. von Farö-Sund (Gotland) nach Mariehamn/Alands - 160 sm. Unser Start in Berlin am 13. Mai 2013 war gut vorbereitet. Wetter und Stimmung waren optimal, leider mussten wir statt der üblichen Innenstadtroute nach Aufforderung durch die Wasserschutzpolizei den Landwehrkanal befahren, weil unser UKW-Sprechfunk noch nicht benutzbar war (Antenne lag unter Deck). Dieses Problem hatten wir auf der Rücktour nicht mehr. Unser Kurzmast wurde entsprechend ausgerüstet.

Nach 3 Tagen Kanalfahrt auf Oder-Havel- und H-Friedrichsthaler-Wasserstraße sowie der West Oder erreichten wir unsere „geliebte" Ostsee. In Stettin wurde der Mast gesetzt. Die MAROS war ab sofort wieder ein Segler. Das Abenteuer „Ostseetörn Bottnischer Meerbusen" konnte beginnen.

Orte und Landschaften - Logbuchauszug (Teil 1: Stettin - HÄrnösand)

ostseetrn5Die Bordfrau der SY MAROS - Roswitha Zellmer (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Im Folgenden haben wir unsere interessantesten Stationen in Stichpunkten zur Anregung für alle aufgeführt.

Stettin

Machen eine Stadtbesichtigung mit der Pferdekutsche und danach Besuch des Marinemuseums, Mastsetzen in der Werft, Boot ist seeklar.

Swinemünde

Der neue Yachthafen bietet gute Versorgung, außer Proviantkauf (nur nach längerem Fußmarsch zur City möglich), schöner Strand Fahrradweg nach Ahlbek.

Bornholm - Nörrekäs

Beim abendlichen Einlaufen unerwartete Begrüßung durch Bärbel und Heinz Walter von der Crew der SY „Kippel dree" in der Marina Nörrekäs mit anschließenden Klönabenden. Wir erkunden die Insel per Bus und genießen „Bornholmer".

Simrishamn

Eine typisch schwedische Hafenstadt mit Fischereihafen, wegen Wetter-Verschlechterung Hafentage mit Stadtbummel. Gastliegeplätze sind ausreichend vorhanden.

Hanö-Insel

Sehr schöne Insel mit Leuchtfeuer in der Hanö Bucht. Inselbegehung für Naturfreunde, besonders englische Segler kommen hierher und besuchen den englischen Friedhof.

Kalmar

Sicherer Hafen vor der Universität mit Nähe zur City, Schloßbesichtigung unbedingt empfohlen, schöne Parks und Gärten.

Visby/Gotland

Wir feiern den Schwedischer Nationalfeiertag am 6. Juni. Außerdem erleben wir am 7. Juni die ausgelassene Abiturienten Abschlußfeier in Visby, Stadtbummel durch die sehenswerte Altstadt, die schwedisches Weltkulturerbe ist.

 

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Die MAROS im Yachthafen von Visby auf der schwedischen Insel Gotland.
(Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

Farö-Sund

Kleiner Naturhafen im Norden von Gotland im Farö-Sund mit Fährverbindung zur Insel Farö, hier stehen die berühmten und sehenswerten „Raukar" - Verwitterungen aus der Urzeit, Fahrradtour dorthin, Möwenangriffe auf dem Rad mit Stock abgewehrt, Grabstätte der Eheleute Ingmar und Ingrid Bergmann bei Farö Kirche und ein Konzert in der Kirche besucht.

 

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Meterhohe Raukar stehen hier am Strand. (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

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 Raukar - mystische und bizarre Steinformationen aus der Urzeit 
(Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

Aalands

Nach 160 sm Einlaufen Mariehamn/Westhafen, wir relaxen, mit der Bimmelbahn zur City und zum Osthafen, LP vor der Pommern, Besuch des Seefahrtsmuseums und des P-Liners, sehr interessant die Dimensionen zur MAROS.Der Skipper opfert seine Basecup an die stürmische See, weder beim Einlaufen noch beim Auslaufen können wir den „Maler" betrachten, denn die MAROS wird tüchtig durch die Wellen geschaukelt.

Öregrund SE

Eintauchen in das Schwedische Schärengebiet und in die taghellen Nächte des Nordens. Bei Nord-West hin offener Hafen und bei Starkwind ein Horror, wir haben es auf der Rücktour erleben müssen, ansonsten lebhafter Ferienort mit viel Tourismus und Restaurants, Konzerte in der Kirche. Montags ist auf der Freilicht-Bühne im Sommer immer „high life" –Musikgruppen beschallen auch den Hafen. Herrliche Sonnenuntergänge, ein Hafen zum Verweilen.

 

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Malerischer Sonnenuntergang in der Schärenwelt Schwedens 
(Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

Angskärklubb

Kleiner beschaulicher Naturhafen, der uns eine leichte Grundberührung einbrachte, weil der Skipper in der engen Einfahrt die rote Mitteltonne links passieren wollte, was möglicherweise das Ende der Reise bedeutet hätte, noch einmal Glück gehabt, Waldspaziergang zum Campingplatz, Natur pur, die Anlage liegt mitten im Naturschutzgebiet, wo noch der Frauenschuh blüht (Orchidee). Interessanter rotweißroter Bakken, der wie ein Zelt aussieht.

Sandarne

Großer Naturhafen, aber leider keine Dieselstation, Freunde des Hafenmeisters halfen per PKW bei der Dieselbeschaffung 15 km vom Hafen entfernt. Wir waren baff über diesen selbstlosen Einsatz ohne Gegenwert (ein Obulus wurde abgelehnt). Ein wirklich netter und hilfsbereiter Hafenmeister hat unsere Sympathien noch nachhaltig in der Erinnerung. Um Mitternacht (taghell) müssen wir unsere morsche GPS-Halterung neu befestigen.

Hölick /Horns-Landet

Naturreservat mit urigem kleinem Hafen ohne Strom, Wasser und WC. Duschen, WC, Küche und Internet finden wir auf dem nahegelegenen Campingplatz. Wir erleben „Mittsommer", die Schweden feiern ausgelassen mit ein wenig „Snaps". Am Festtag findet im schönen kleinen Kirchlein auf dem Felsen ein Gottesdienst statt und wir können deshalb die Kirche auch besichtigen. Der Pfarrer staunte sehr über die deutschen Segler aus Berlin. Seine Frau arbeitet bei der schwedischen Kirche in Berlin.

Mellanfjärden

Kleiner Naturhafen mit sehr gutem Restaurant mit Panorama-Blick über die Bucht, Kunstausstellung direkt am Hafen, viele Angler am Gebirgsflüsschen, ein Hafenmeister wurde nicht gesehen.

 

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Die MAROS am Liegeplatz in Mellanfjärden (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

 

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Der Skipper der MAROS Manfred Eichert im Restaurant Sjömärket 
(Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

 

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 Auch das gehört zu einem perfekten Segeltörn. (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

Härnösand

Durch die Süd-Innenroute mußten wir bis 18.30 Uhr wegen der Brückenöffnung warten, um dann im Innenteil des City-Hafens festzumachen. Haben Glück mit dem LP und lassen das Boot unter Aufsicht der freundlichen Hafenmeisterin 5 Tage dort liegen. Wir wollen mit dem PKW zum Polarkreis. Übernehmen das Mietauto (Volvo) und lassen unser Boot gut versorgt zurück. Die Reise in den Norden kann beginnen.

ORTE UND LANDSCHAFTEN - LOGBUCHAUSZUG (TEIL 2: Skelleftea - Nordkap)

Skelleftea

Fahren die E 4 Richtung Haparanda. Besuchen die Studentenstadt und Kulturhauptstadt 2014 Umea. Erste Übernachtung findet im Hotel der schwedischen Kirche in Skelleftea statt. Gegen 24.00 Uhr wurden wir geweckt durch das Einsetzen der Wasser-Sprengler-Anlage auf dem benachbarten Friedhof, Wasser auf die Gräber, das war schon irre und der Schlaf dahin.

Haparanda

Mit sehr interessanten Zwischenstop in der Kirchenstadt Gammelstad Norrbotten (Weltkulturerbe) ging es weiter nach Haparanda ins Vandrahem am Wasser zur 2. Übernachtung. In Haparanda besuchten wir ein Konzert mit ausgezeichneten Musikern in der finnischen Musikhalle Tornio voller Begeisterung. Das schwedische Haparanda und das fnnische Tornio haben ein gemeinsames Touristenbüro und gleichsame Kulturaktivitäten, aber 1 Stunde Zeitunterschied. Deshalb steht beim Programm des Musikfestivals hinter der Uhrzeit auch immer das Land.

Im Yachthafen von Haparanda begrüßten wir die Crew der SY „Snow Goose", die auf eigenen Kiel bis hierher segelten. Ein Begrüßungsgetränk wird an Bord eingenommen und viel erzählt. In dieser Zeit entsteht der Entschluß, die Fahrt über den Polarkreis hinaus bis zum Nordkap zu wagen. Vorher besuchten wir den Polarkreis in Schweden und Finnland. Auf geht es zum Nordkap, weit über 1.500 km liegen vor uns.

 

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Im Yachthafen von Haparanda (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

 

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Ein Rentier wechselt gemächlich die Strassenseite. 
(Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)

Zum Nordkap

ostseetrn14Reges Treiben am Nordkap (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)In Napapiiri-Finnland überqueren wir den Polarkreis bei 25° C. Wälder und viele Seen säumen die Strasse. Vorsicht, immer wieder Rentiere auf der Fahrbahn. Am Abend erreichen wir Honnigsväg/Norwegen - Fährhafen der Hurtigruten. Kurz vor dem Kap, buchen wir zuerst unsere Übernachtung am Ort, bevor wir zum Ende Europas weiterfahren und dort gegen 21.00 Uhr mit vielen anderen schaulustigen Touristen eintreffen. Wir haben Glück mit dem Wetter, die Sonne bleibt am Himmel stehen, wir genießen den faszinierenden Anblick, es wird mit Champagner angestoßen.

ostseetrn15Die stilisierte Weltkugel am nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes (Foto: SY MAROS - Zellmer / Eichert)Die lange Fahrt durch die endlos geraden Strecken von finnisch und norwegisch Lappland wurde mit diesem herrlichen Ausblick belohnt. Nachts um 2.00 Uhr bei der Rückfahrt zum Vandrahem erfolgten Polizeikontrollen, möglich wegen zu reichlichem Alkoholgenuß. Wir durften unbehelligt weiter fahren, hatten jedoch kein schlechtes Gewissen. Nach einem genußvollem Frühstück in Honnigsväg treten wir die Rückfahrt mit nochmaliger Übernachtung in Haparanda an.

Am Inari-See legen wir eine Pause ein und besichtigen das außerordentlich sehenswerte finnische Sami-Museum. Nach langer Autofahrt von insgesamt 3.400 km und unvergeßlichen Eindrücken freuen wir uns wieder auf die MAROS.

 

 

 

 

 

 

ORTE UND LANDSCHAFTEN - LOGBUCHAUSZUG (TEIL 3: Skatan - Stockholm)

Skatan

Von Härnösand ging es weiter ins wunserschöne Skatan, ein Urlaubs-Paradies, wo uns ein überaus freundlicher und hilfsbereiter Hafenmeister begrüßte. Ein schönes Restaurant mit österreichem Kellner und leckerem Räucherfisch vervollständigte den schönen Liegeplatz. Wir treffen „Plejade" aus Mönkeberg, verbringen einen schönen „Klönabend" und erhalten Anregungen für den nächsten Törn. Gemeinsam besuchen wir mit dem Auto des Hafenmeisters Sundsvall.

Öregrund - Sturmnacht

ostseetrn16Ruhige See in Öregrund (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Am 7.7. legten wir nach einer Nachtfahrt morgens in Öregrund (Privatsteg) an, weil alle Gästeplätze belegt waren. Im Laufe des Tages mußten wir zur Gästepier -Seeseite - verlegen. Wetterverschlechterung für die Nacht mit Sturmstärke 7-8 Bft. aus Nordwest war angesagt. Wir ignorierten die Warnung einiger Segler, die ihre Boote in den Sund in Leeschutz verlegten.

Gegen Mitternacht legte der Sturm los. Heftiges Treiben auf allen Booten zur Bootssicherung war angesagt. Heckbojen wurden durch den zunehmenden Wind unter Wasser gedrückt. Zusatzfender mussten an den Seiten und Bug ausgebracht werden, sowie verstärkte und verlängerte Bugleinen sollten ein Aufsetzen auf die Pier verhindern, was Totalschaden bedeutet hätte. Eine Arbeit nur für starke Männer.

ostseetrn17Nur wenige Stunden später heftiger Sturm aus Nordwest (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Der Sturm tobte 12 Stunden. Die Boote schwoiten, in dieser Nacht gab es keinen Schlaf mehr. Dank der Hilfe finnischer und schwedischer Segler wurde eine Kollision (Aufsetzen auf die Pier) der Maros verhindert. Später, als der Sturm nachließ, haben wir uns bei den Segelfreunden mit einigen Dosen Öl und anderen Getränken bedankt. Nur auf Drängen der Bordfrau wurden die kleinen Dankesgaben entgegen genommen.

Wir waren glücklich, daß die nächtliche Aktion so glimpflich ablief. Bei Nord-West-Winden sollte der Hafen möglichst gemieden werden. Lt. Info-Tafel im Hafen ist ein Schutzwall bzw. eine neue Marina geplant, zum Segen aller nachfolgenden Segler.

 

 

 

 

 

Grisslehamn West

ostseetrn19Große Kreuzfahrer aus der Nähe (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Ruhiger Naturhafen am Eingang zum Vaddö-Kanal, Museumsbesuch beim Maler A. Engström, mit Atelier direkt am Wasser gelegen, unbedingt sehenswert, oftmals Trödelmarkt und viel Touristenflair, Fährverbindung zu den Alands Inseln vom nahegelegenen Osthafen, gute Räuchereien und Lokale, verbleiben mehrere Tage, weil Idylle und Versorgung stimmten.

Furusund

Durch den schönen Vaddö-Kanal geht es mit viel Gegenverkehr in die Stockholmer Schären über Furusund und Dyvik. Vorsicht viel Kreuzfahrer und Fähren unterwegs. In Furusund fahren die Kreuzfahrer in 200 m Entfernung vorbei und sind besonders nachts schön anzusehen.

 

 

 

Stockholm – Wasahamn

ostseetrn18Enkel Justus kommt an Bord (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Einlaufen Stockholm Wasahamn über Waxholm mit Motor, reichlich Liegeplätze vorhanden, verbleiben ca. 10 Tage, weil Enkel Justus an Bord aus dem Vogtland anreist und die Ferien bei uns verbringt, großes Programm, viele interessante Sehenswürdigkeiten mit uns gemeinsam erlebt: Wasa Museum, Gröna Lund, City Bummel mit Schloßbesichtigung, Wachablösung, Besichtigung der Schatzkammer, Skansen Vergnügungspark, etc. Der Gröna-Spiel Park war natürlich - weil nebenan lag - Spitze. Dem 11-jährigen hat es wohl gut gefallen, zumal wir auch noch eine Segeltour nach Waxholm und eine Fahrt nach Sandhamn (Königlicher Yachthafen) mit dem Speedboot vornahmen. Einige Tage Liegezeit in Waxholm ergänzten unser Programm mit Badezeit und Eisschlemmen. Dann war die Ferienzeit vorbei. Wir nahmen Abschied von Justus und Stockholm mit Kurs Richtung Mälarensee.

Mariefred - Gripsholm

ostseetrn20Liegeplatz mit Blick auf Schloss Gripsholm (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Wir motoren durch die Stockholmer Innenstadt und haben einige Engpässe hinsichtlich geringer Brückenhöhen zu überwinden. Unsere Masthöhe beträgt 10,80 m. Wegen Bauarbeiten an einigen Brücken waren die Höhenangaben eingeschränkt. Unterschiedliche Aussagen von Seglern ließen uns wachsam sein. Ohne Schaden kamen wir hindurch. Am Nachmittag erreichten wir Mariefried mit LP gegenüber dem Schloß Gripsholm mit einem wunderschönen Ausblick. Ein riesiges Musik-Strassenfest mit tollen Amateurmusikern, Besuch der Grabstätte Tucholskys, Schloß Gripsholm, gemütliche Kaffeezeit und ein „Tänzchen" am Abend gehörten zu unserem Programm. Der Abschied von diesem schönen Ort viel uns schwer.

 

 

 

Orte und Landschaften – Logbuchauszug (Teil 4: Göta-Kanal bis Göteborg)

Göta-Kanal

ostseetrn21Schleusen ... (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Die Weiterfahrt erfolgte über Södertälje, Trosa, Öxelesund zur Einfahrt Göta-Kanal. Wir hatten uns rechtzeitig für die 5 Tage Gruppenfahrt mit anderen Booten zum 23. August 2013 per Internet bei der Kanalverwaltung angemeldet und bezahlt. 87 km dieser Kanalstrecke wurden von 58.000 schwedischen Soldaten von Hand gegraben. Initiator und Bauherr war Baltzar von Platen. Der Göta-Kanal erstreckt sich von Mem an der Ostsee bis Sjötorp am Vänernsee hat 58 Schleusen 70 Brücken und 2 Aquädukte. Zusammen mit dem Trollhättan-Kanal verbindet die Wasserstraße Stockholm und Göteborg miteinander.

ostseetrn22Und Schleusen ... (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Nach 20 Jahren befahren wir wieder den Göta-Kanal. Dieses Mal jedoch von Ost nach West und in einer 5 Tage Gruppenfahrt. Da die Hauptsaison zu Ende war, bestand nur noch diese Möglichkeit der Kanalpassage mit festgelegten Tageszeiten.

1. Tag: Mem – Roxensee – Berg

Der Zeitplan läuft völlig aus dem Ruder. Nach dem Start um 9.00 Uhr haben wir mit der 2. Gruppe um 21.00 Uhr endlich die Eisenbahnbrücke in Norsholm passiert. Die Wartezeit bis zur Brückenöffnung haben wir bereits mit Einkaufen, Duschen und Abwasch überbrückt, da wir vor der Schleusenkammer gewartet haben, während die 1. Gruppe bereits in der Kammer lag. Wir entschließen in Norsholm zu übernachten und am nächsten Tag den Roxen zu überqueren um rechtzeitig um 9.00 Uhr zur Weiterfahrt in Berg zu sein. Jedoch wurden wir am nächsten Morgen mit „potten dickem" Nebel überrascht und kommen arg ins Schwitzen. Nur Dank Kartenplotter ist die 3-stündige Fahrt über den Roxen und unser weiterer Start in Berg möglich.

2. Tag: Berg - Borensberg - Borenshult

ostseetrn23Und Schleusen ... (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Die Schleusentreppe in Berg überwinden wir ohne Probleme. Der Zeitplan läuft besser, wir sind an diesem Tag in der 1. Schleusengruppe und legen abends in Borenshult an. Hier ist Krebssaison und die Schweden fangen im Dunkeln fleißig Krebse.

3. Tag: Borenshult – Motala - Forsvik

Von Borenshult geht es mit einer Pause in Motala, die zum Tanken genutzt wird, über den Vättern nach Karlborg und weiter nach Forsvik. In Forsvik liegen wir sehr idyllisch, leider können wir nicht bleiben.

4. Tag: Forsvik – Tätorp - Töreboda

ostseetrn24Und nochmals Schleusen ... (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Von Forsvik fahren wir über den Viken nach Tätorp. Das Tagesziel heißt Töreboda und wir erreichen es schon am Nachmittag.

5.Tag: Töreboda – Lyrestad - Sjötorp

Nun sind wir in Schleusen geübt und über Lyrestad erreichen wir das Ende des Göta Kanals: Sjötorp im Sonnenschein. Wir genießen leckeren Räucherfisch, waschen die schmutzigen Leinen und besuchen das Kanal-Museum. Die Gruppenfahrt war eine interessante Erfahrung. Brücken und Schleusen wurden wie von Geisterhand geöffnet. Das Auf- und Absteigen vor den Schleusen erforderte von der Bordfrau sportliche Höchstleistung. Roswitha meisterte dies mit Bravour.

Mariestad /Vänern

Hier gibt es einen großen Hafen mit Bootsausrüster und eine kleine Alt-Stadt mit Dom und vielen Einkaufsmöglichkeitem.

Schloß Läckö

Wir liegen am 30. August 2013 als einziges Schiff an diesem sehr beliebten Ausflugsziel. Wir besichtigen das Schloss mit Schlossgarten und informieren uns über Flora und Fauna im Naturum.

Vänersborg

Wir laufen bei Starkregen im Stadthafen ein. Wie auf Läckö gibt es auch hier keine sanitären Einrichtungen. Die Marina ist nur mit Brücken-Öffnung zu erreichen. Auf der Suche nach Diesel helfen uns kanadische Segler mit ihrer Kreditkarte beim Tanken am Wochenende.

Göteborg

Von Lilla Edet durch den Göta Älv erreichten wir bei Sonnenschein am 2. September 2013 nach 12 Tagen Kanalfahrt den Hafen „Lilla Bommen" in Göteborg.

 

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Liegeplatz in Lilla Bommen mit Blick auf die "Viking" 
(Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)

Auf Südkurs mit Ziel Berlin–Köpenick SCF Fraternitas

Die Weiterreise von Göteborg mit Südkurs ging entlang der schwedischen Westküste über:

Gottskär, Varberg, Falkenberg, Halmstad, Helsingör, Öresund, Kopenhagen, Klintholm, Kloster/Hiddensee, Stralsund, Wolgast, Mönkebude, Stettiner Haff, Stettin, Schwedt, Marienwerder nach insgesamt 2.050 Seemeilen zurück zum Heimathafen Berlin–Köpenick beim SCF Fraternitas.

 

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Die MAROS ohne Mast (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)

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Auf der Spree: Blick auf die Oberbaumbrücke in Friedrichshain
(Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)

Das Fazit:

Eine erlebnisreiche Reise mit einigen Hindernissen, die alle gemeistert wurden. Wir haben viel gesehen und gute Erfahrungen gemacht. Die Hilfsbereitschaft der Menschen, denen wir begegnet sind, war außerordentlich positiv und hat uns sehr beeindruckt.

Roswitha Zellmer und Manfred Eichert (2013)

(veröffentlicht auf www.ostsee-portal.info)