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Auf dem Maxi-Racer Bon Bon von Newport nach Hamburg

(nach einem Interview mit Christian Heinritz)

Der 44-jährige Regattasegler und Segelmacher Christian Heinritz aus Heiligenhafen erfüllt sich 2007 einen Traum. Eine Atlantiküberquerung fehlt noch in seiner seglerischen Biografie. Er bekommt das Angebot, 2007 auf dem Racer „Bon Bon" im Rahmen des HSH Nordbank blue race von den USA nach Deutschland zu segeln.

Bon BonDie Bon Bon am Kran (Quelle: Oeverdieck und Heinritz)Das HSH Nordbank blue race führt von Newport, Rhode Island über den Nordatlantik nach Hamburg. Die Regatta ist offen für Einrumpf-Hochseeyachten ab einer Länge von 40 Fuß. Die erste Gruppe der teilnehmenden Yachten startet am 16. Juni 2007 in Newport. Damit alle Yachten etwa zeitgleich in der Hansestadt ankommen, startet die zweite Gruppe der Maxi-Yachten am 23. Juni 2007 – „Rambler" und „Parsifal III" sind dabei, und auch „Bon Bon" startet in dieser zweiten Gruppe. Die 3600 Seemeilen lange Strecke führt über den Atlantik nördlich um Schottland herum bis nach Hamburg, wo das HSH Nordbank blue race Village mit vielen Events auf die Segler wartet. Initiiert wird die Regatta vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV), mit ausrichtender Verein ist der New York Yacht Club (NYYC). Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ist Schirmherr der Regatta. Neben der HSH Nordbank sind weitere Partner die Mercedes Benz Niederlassung Hamburg, König & Cie, die Georgsmarienhütte Holding, hanseboot, Marinepool und die Holsten-Brauerei. Charity-Partner ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Seine Familie unterstützt ihn bei diesem Vorhaben. Natürlich werden mögliche Risiken besprochen. Christian Heinritz: „Es passiert ja eigentlich nichts, aber man begibt sich schließlich in Gegenden, wo einem keiner helfen kann. Die Gefahr, dass man auf einen Container fährt, besteht ja immer auf so einer Fahrt. Meine Frau hat dann aber gemeint, dass ich das machen soll. Ich bin bis dahin noch nie Atlantik gesegelt. Das fehlte auf meiner Liste."

Christian Heinritz ist durch und durch Regattasegler, was ihm praktisch mit in die Wiege gelegt wurde, denn das Regattasegeln ist in der alteingesessenen Heiligenhafener Familie ein „Muss". Seine ersten Regatten besteht er auf dem Opti. Im Laufe der Jahre folgen Jolle und schließlich „Dickschiff" und schon bald ist er auf zahlreichen Revier- und Verbandsregatten der Ostsee anzutreffen. Die Hochseeregatta-Erfahrung erwirbt Christian Heinritz auf der „Rubin" von Hans Otto Schümann. Stationen auf der „Rubin" sind 1985 und 1987 der Admirals Cup und mehrfach bis zum Jahr 1989 der Sardinias Cup. Zum Admirals Cup im Jahr 1985 erlebt Christian Heinritz den Sieg der „Rubin". „Auf der Rubin habe ich sozusagen mein Regattasegeln gelernt," meint er.

2007 ist für Christian Heinritz ein erfolgreiches Regatta-Jahr. Seine „Shoddy", eine X-362 mit der Segel-Nr. 4345, ersegelt auf dem Ostsee-Cup den ersten Platz in ihrer Klasse. Erst kürzlich konnten er und seine Crew den Preis in Heiligenhafen entgegen nehmen (14. November 2007).

Der Ostseecup besteht aus mehreren Wettfahrten in unterschiedlichen Revieren der Ostsee und findet jährlich statt. Hierzu gehören zum Beispiel die Maibock-Regatta, Fehmarn Rund, ATS Sunddreiecke, Neustädter Mitsommernacht-Regatta, Sundcup, Travemünder Woche, Niendorfer Kielbootregatta und Rund Hannibal.

Zur „Bon Bon" kam Christian Heinritz über einen Bekannten, mit dem er zusammen auf der „Rubin" gesegelt ist. Dieser fragt ihn, ob er nicht Zeit und Lust hat, mit zu fahren. „Über den Atlantik bin ich noch nicht gesegelt. Das war jetzt die Feuertaufe," erinnert er sich.

Die „Bon Bon", eine Slup vom Typ Reichel / Pugh 80, wurde im Jahre 2000 bei Mc Conaghy in Sydney gebaut. Das Boot mit dem Segelzeichen USA 50062 hat eine Länge über Alles von 80 Fuß und eine Verdrängung von 18,8 Tonnen. Die Breite beträgt 15,8 Fuß, der Tiefgang 13,5 Fuß und die Masthöhe 108 Fuß. An Bord der „Bon Bon" beim Rennen über Nordatlantik sind elf Deutsche (Stephan Reith, Justus Kellner, Hendrik Scheel, Henri Kramer, Christian Heinritz, Ralf Steitz, Jens-Peter Töpfer, Nils Beyersdorff, Jürgen Domann, Sebastian Reith, Dirk Neumann), vier Amerikaner (Rome Kirby, Jan Majer, Ryan Breymaier, Bill Biewenga), 2 Australier (Mike Beasley, Mitch White) und ein Engländer (Tom Swift).

GrundrissGrundriss der Bon Bon 

SegelplanSegelplan des Maxi Racers Bon Bon 

Christian Heinritz erzählt weiter: „Die Crew kannte sich zum Teil. Die Segler aus Deutschland sind bereits teilweise zusammen auf Regatten gesegelt. Ein weiterer Heiligenhafener war dabei – Jens-Peter Töpfer. Der ist Lotse im Kiel-Kanal. Auf der „Bon Bon" war er zuständig für seemännische Aufgaben, unter anderem für Sicherheitsfragen. Den Skipper Johann-Stephan Reith aus Hamburg kannte ich vorher allerdings nicht. Der hat das Schiff gechartert und das Ganze initiiert. Der Bekannte aus Heiligenhafen unterstützte ihn bei der Organisation."

TrainingTraining vor Newport (Copyright: HSH Nordbank AG/Heiko Rilk)Ende Mai 2007 trifft sich die Crew dann in den USA, um ihre erste Regatta zusammen auf der „Bon Bon" zu segeln. Das Block Island Race ist eine Distanz von 185 Seemeilen, die in Stamford startet, um die Insel Block Island und dann zurück zum Ausgangspunkt führt. Die „Bon Bon" geht als drittes Boot in ihrer Klasse über die Ziellinie. Für diese Strecke benötigt der Racer ca. 22 Stunden. „Das war der Test, ob wir zusammen passen. Das sind ja immerhin 18 Leute mit 18 verschiedenen Charakteren. Das ist schon nicht immer ganz einfach. Man muss sich anpassen. Der Kapitän hat natürlich das Sagen."

Zum HSH Nordbank blue race fliegt Christian Heinritz eine Woche vor dem Start in die USA. Spätestens fünf Tage vor Regatta-Beginn soll sich die Crew dort einfinden. Es herrscht eine große Anspannung. Die Tage sind ausgefüllt mit Training und Einkaufen, das komplette Schiff wird überprüft. Immer wieder wird gecheckt, ob alles Notwendige an Bord ist. Nach dem Start am 23.6.07, der bei 28 Grad Celsius statt findet, stellt sich schließlich Entspannung ein. Für zwei Stunden werden sie noch von Motorbooten begleitet, auf denen sich auch Angehörige der Crew befinden.

Bon Bon und ParsifalBon Bon und Parsifal III Copyright: HSH Nordbank AG/Heiko Rilk)Jeder an Bord geht gleich auf seine Wache. Die Einteilung erfolgt in drei Wachen mit vier Leuten. Zwei Wachen sind an Deck, eine Wache unter Deck. Es wird immer so abgewechselt, dass nach vier Stunden eine frische Wache hinzu kommt und eine Wache unter Deck geht. Ein Team ist also immer über zwei Wachen an Deck. Es stellt sich schnell Routine ein. Bordsprache ist Englisch. Wenn es jedoch hektisch wird, spricht jeder seine eigene Sprache. Christian Heinritz: „Aber wenn es um Manöver geht, läuft das nur auf Englisch." Mit an Bord sind ein Koch und ein Arzt, der Koch hat wachfrei. „Verletzungen gibt es immer mal. Das kann dann auch schon mal vorkommen, dass das große Medizinbesteck eingesetzt wird," erzählt der Heiligenhafener Segelmacher.

Auf die Wache, die unter Deck geht, wartet zunächst eine Mahlzeit. Bei leichtem oder mittlerem Wind dauert die Ruhephase tatsächlich vier Stunden. In dieser Zeit müssen die Segler sich außerdem waschen, umziehen und schlafen. Christian Heinritz erinnert sich noch gut: „Bei leichtem Wind kann man auch etwas mehr schlafen. Bei Starkwind sieht das dann anders aus. Da hat man weniger Zeit, um zu schlafen, da das Aus- und Anziehen alleine zwanzig Minuten dauert. Die ganze Kiste rumpelt hin und her. Das ist ein riesengroßer leerer Saal unten, wo man sich zwischen Segelbergen und Proviant hindurch kämpfen muss. Das kann bei starken Wind auch schon mal durch die Gegend fliegen. Das ist dann absolutes Spektakel, und man hat tatsächlich wenig Ruhezeit. Nur eine Stunde Schlaf ist keine Seltenheit."

Die Ausstattung der „Bon Bon" ist wie zu erwarten sehr spartanisch – Rohrkojen, Nasszelle, Kombüse, Staufächer für persönliche Dinge. In das ca. 40 x 40 x 40 cm große Fach passen nur die wichtigsten Dinge. „Unterwäsche, Wärmeunterwäsche, Ölzeug, Fleece-Kleidung, evtl. ein Walkman. Das war es dann auch. Luxus ist Nebensache, hier zählt nur Geschwindigkeit."

Für fünf Tage ist tiefgefrorenes, vorgekochtes Essen (z.B. Irish Stew oder Gulasch mit Nudeln) an Bord. Danach serviert der Koch das gefriergetrocknete Mountain House Food – Tüte auf, heißes Wasser drauf, 15 Minuten stehen lassen und aus der Tüte genießen. Es gibt Portionstüten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die auch für Vegetarier verfügbar sind. Zwischendurch gibt es Powerriegel. „Das Essen ist durchaus genießbar," bestätigt Christian Heinritz. Trinkwasser wurde über den Wassermacher bereitet. So gibt es täglich Frischwasser, das mit Mineralstoffen versetzt wird. Für jeden gibt es zwei Dosen Bier. Die werden zum Bergfest geöffnet und bis dahin wohl gehütet.

Gentlemans SailingGentleman's Sailing (Quelle: Oeverdiek und Heinritz)Die ersten Tage hat die „Bon Bon" ruhiges Wetter. Dann zeigt sich aber auch sehr schnell, dass ein Tief im Anmarsch ist. Es gibt gute vier Tage mit 50 – 60 Knoten Wind, was an die Grenzen der Kräfte geht. Die Mannschaft kommt nicht mehr zum Schlafen. Alles unter Deck ist so nass, da bei jedem Segelwechsel literweise Wasser mit rein kommt. Die Schlafsäcke müssen in Trockenbeutel verpackt werden.

Christian Heinritz erinnert sich: „Bei dem Wetter sind wir natürlich sehr gut voran gekommen und haben auch eine lange Zeit geführt, was sehr gut in dem Racetracker zu beobachten ist. Wir hatten dann ein bisschen Pech bei Nordirland, wo eine über drei Tage dauernde Flaute einsetzte. Unser Konkurrent „Rambler", der etwas größer war, war bereits zwei Tage voraus. Der hatte das große Glück, vor der Flaute um England rum zu sein, was ihm dann auch den Sieg einbrachte. Um die Regatta zu gewinnen, hätte die „Bon Bon" drei Tage nach der „Rambler" über die Ziellinie gehen dürfen. Die „Rambler" ist jedoch 3 ½ Tage vorher da. Das ist eigentlich keine große Differenz bei dieser Strecke über 3600 Seemeilen."

Der Rennverlauf und die herrschenden Wetterverhältnisse sind gut über den Race Tracker von OC Technology (England) zu beobachten, der auf der Seite des HSH Nordbank blue race zur Verfügung steht. Die Positionen der einzelnen Schiffe werden in der elektronischen Seekarte dargestellt. Weiterhin werden in einem Menü Daten, wie Schiffsname, Position, Kurs, Speed und Zwischenergebnisse, erfasst. Der OC Tracker funktioniert über das weltumspannende Satellitenkommunikations-System Iridium. Das bedeutet, 66 Satelliten sind pausenlos rund um den Erdball im Einsatz und in der Lage, alle halbe Stunde eine aktualisierte Position der Yachten des HSH Nordbank blue race auf die Website zu übertragen.

Ziel einer solchen Unternehmung ist immer das Gewinnen. Die Stimmung an Bord ist deshalb auch abhängig von mehreren Faktoren. Die Laune ist gut, wenn man vor dem Konkurrenten segelt. Wenn der Abstand zum Konkurrenten schmilzt oder das Wetter einfach nicht besser wird, kann das aber umschlagen. Auch auf der „Bon Bon" gibt es diese Momente, so zum Beispiel als sie lange Zeit zwischen zwei Tiefs fährt, wo es bekanntermaßen nur wenig Wind gibt. In solchen Situationen kann es wie überall auch Unstimmigkeiten geben. Aber das wird nicht zum Problem. Australier, Neuseeländer, Amerikaner - das sind Temperamente, die schon mal überschäumen, erklärt Christian Heinritz. „Das wird alles nicht breit getreten, und dann ist das schon okay."

Fünfzig Knoten Wind auf dem Atlantik bringen Wellen von 6 bis 7 Meter Höhe. Hier ist es wichtig, dass nicht zu kleine Segel gefahren werden. Je langsamer ein Segelboot bei dieser Wellenhöhe fährt, um so größer ist die Gefahr, dass ein Schiff von den Wellen überrollt wird und schwere Einsteiger bekommt. Es wird auf den Wellen mit gesurft. Im Sturm gibt es für die „Bon Bon" ein Tagesetmal von 417 Seemeilen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,3 Knoten. Die durchschnittlichen Spitzensurfs lagen bei 27 Knoten, ein besonderer Spitzensurf betrug sogar 34 Knoten für 1,5 Minuten. „Das sind Geschwindigkeiten, da hält man sich fest. Man muss dann natürlich einwandfrei steuern. Das bedarf schon einiger Übung, bei diesen Geschwindigkeiten das Schiff unter Kontrolle zu halten," erläutert Christian Heinritz begeistert. Angst gibt es in diesen extremen Wettersituationen nicht. An Bord sind viele erfahrene Segler. „Wenn man Angst vor viel Wind hat, sollte man so etwas nicht machen. Seekrankheit ist ebenfalls kein Thema. Und wir wollten ja auch viel Wind."

Die Wellen sind sehr lang, von Kamm zu Kamm können sie zwischen 200 und 300 Meter betragen. Die „Bon Bon" hat Glück mit der Windrichtung. Der Wind kommt aus Nordwest, und der Kurs führt nach Nordost. Das bedeutet halber Wind bis Raumschot für den Racer, was aber trotz allem 3 – 4 Tage Anspannung für jedermann an Bord bedeutet. Zum Nachdenken kommt keiner so richtig. Alle sind beschäftigt. Segelsetzen und Segelbergen ist harte Arbeit. Wenn ein Gennaker geborgen wird, sind ca. 600 Quadratmeter Segel unter Deck zu bringen.

SegelreparaturSegelreparatur (Copyright: HSH Nordbank AG/Nico Krauss)Das Material hat gut gehalten. Kleinreparaturen fallen jedoch täglich an. Segel müssen mehrmals repariert werden, ein abgerissenes Unterliek ist keine Seltenheit. An Bord gibt es jedoch vier Segelmacher, so dass die Reparatur der Segel kein Problem ist. Den größten Schaden gibt es an einem Steuerrad. Eine Person an Bord ist zu lang angegurtet und wird von einer Welle, die über Bord geht, mitgespült und gegen eines der beiden Kohlefaser-Steuerräder gedrückt. Diese Reparatur dauert dann etwas länger. Um weiter optimal steuern zu können, werden die Steuerräder jeweils umgebaut. Das intakte Steuerrad kommt zum Steuern auf die Luvseite, das andere dann auf die Leeseite des Bootes.

Die Temperaturen sind erstaunlich milde, obwohl der Kurs an der Eisgrenze entlang führt. Die niedrigsten Temperaturen gibt es bei der Umrundung von Schottlands Küste – hier herrschten nachts 6 Grad und tagsüber um die 14 Grad.

Sicherheit ist groß geschrieben. Ab 15 Knoten Wind ist Schwimmwestenpflicht an Deck, nachts sind Lifebelts vorgeschrieben. Jedes Crewmitglied hat einen Notfunksender, der wenn er aktiviert wird, von Bord aus über einen Finder geortet werden kann und den zu fahrenden Kurs zur rettungsbedürftigen Person angibt. Weiterhin gibt es zwei satellitengestützte EPIRB-Bojen auf dem Maxi-Racer. Für den absoluten Ernstfall ist eine Rettungsinsel an Bord.

Der Weltseglerverband ISAF schreibt bei Regatten dieser Kategorie vor, das ein Drittel der Crew über ein abgeschlossenes Sicherheitstraining verfügen muss. Christian Heinritz hat das Zertifikat bereits vor einiger Zeit erworben. Andere Crewmitglieder hatten vor der Regatta die Gelegenheit, ein Sicherheitstraining in Neustadt zu absolvieren.

Container oder Wale sind die große Gefahr für Racer. Schlafende Wale sieht man nicht. Diese schweben leicht unter der Wasseroberfläche wie Container auch. Christian Heinritz: „Wenn man mit 25 Knoten auf einen Container fährt, sieht das fürs Schiff sicherlich nicht gut aus. Im Zweifelsfall muss man dann aussteigen in die Rettungsinsel." Frachter und Containerschiffe findet man auf der Nordroute eher selten. „Bis Point Alpha gab es reichlich Schiffsverkehr. Auf der Nordroute haben wir vielleicht drei Frachter gesehen. Man ist hier ganz auf sich gestellt. Nur die Konkurrenten können im Havariefall zur Hilfe kommen."

Auf der „Bon Bon" gibt es einen Moment, in dem alle nicht wissen, was passiert ist. Christian Heinritz erwähnt einen Vorfall, bei dem es unter dem Schiff unendlich laut rumpelt. Entdecken können sie nichts. Später in Hamburg wird der Racer aus dem Wasser genommen. Am Ruder gibt es eine kleine heraus gebrochene Ecke, an der noch Holzfasern haften. Man nimmt an, dass das Boot über einen Holzbalken gefahren ist.

Über die ständige Internet- und Telefonverbindung wird das aktuelle Wetter von mehreren Anbietern eingeholt und ausgewertet. Der Navigator kennt sich sehr gut mit den Strömungen im Nordatlantik aus und nutzt diese Kenntnisse zu taktischen Entscheidungen.

ZielschussBon Bon - Zielschuss (Copyright: HSH Nordbank AG/Heiko Rilk)Am 7.7.07 um 10.00 Uhr morgens erreicht „Bon Bon" die Ziellinie in Cuxhaven. Begleitschiffe kommen entgegen und empfangen den Racer, der direkt nach Hamburg in die Innenstadt zur Kehrwiederspitze fährt. Die „Bon Bon" erringt den zweiten Platz in der Klasse 1 (IRC) nach „Rambler" und den dritten Platz über alle Klassen (IRC overall) nach „Rambler" und „Outsider".

Für das HSH Nordbank blue race wird das Verrechnungssystem IRC angewendet, um die unterschiedlichen Yachten, die gegeneinander segeln, vergleichen zu können. Ein kleines Schiff mit kleinen Segeln fährt langsamer als ein großes Schiff mit viel Segelfläche. Deswegen wird nach einer komplexen Formel versucht, die Bootsgeschwindigkeit vorherzusagen. Die gesegelte Zeit an einem bestimmten Punkt der Strecke, einer Bahnmarke oder im Ziel wird in Sekunden gemessen und mit dem Handicap-Wert multipliziert, den jede Yacht erhält. Damit sollte jedes Boot in der Lage sein, bei gleichen Wetterbedingungen ein Rennen zu gewinnen. (Quelle: www.hsh-nordbank-blue-race.com - IRC: Segeln mit Handicap-Faktor)

Hafen AhoiHafen Ahoi (Copyright: HSH Nordbank AG/Nico Krauss)Der Urlaub von Christian Heinritz ist zu Ende. Am Sonntag Morgen verlässt er Hamburg in Richtung Heiligenhafen. Am Montag wird er wieder im Geschäft sein, und so endet ein weiterer Höhepunkt in seinem Seglerleben ganz unspektakulär.

Und auf die Frage, ob er diese Regatta trotz der vielen Anstrengungen noch mal segeln würde, sagt er ohne zu zögern: „Auf jeden Fall".

(Renate Lorenzen / 27. November 2007 - veröffentlicht auf www.ostsee-portal.info)