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Gendarmstien Etappe 1 - von Padborg nach Kruså

Die Etappe von Padborg nach Kruså ist rund fünf Kilometer lang. Sie führt durch ein Gebiet mit Wald, Wiesen und Moorgebieten. Nach dem Verlassen von Padborg geht es durch das Haraldsdal, das nach dem dänischen König Harald benannt ist. In dem Tal musste Harald Klak um den dänischen Thron kämpfen, allerdings verlor er die Schlacht und wurde später vertrieben.

Am Grenzübergang in Rønsdam kreuzt der Gendarmstien den Ochsenweg, einen alten Pilgerweg, der die Pilgerrouten in Norwegen und Schweden mit den südeuropäischen verbindet, u.a. nach Santiago de Compostela oder nach Rom. Seit 2010 ist der Ochsenweg (dän. Hærvejen) europäischer Kulturweg.

Berghof Hrup

 

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Sehenswertes und Attraktionen

Museum Frøslevlejr

Rund drei Kilometer vom Gendarmenpfad entfernt befindet sich in Padborg das Museum Frøslevlejr. Frøslevlejr ist ein Gefangenenlager, das die deutsche Sicherheitspolizei in den Jahren 1944 und 1945 hauptsächlich nutzte, um dänische Widerstandskämpfer zu internieren. Dennoch wurden rund 1600 von insgesamt 12000 Insassen von hier aus nach Deutschland deportiert und landeten in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Die Ausstellung ist im Hauptwachturm und in zwei Gefangenenbaracken untergebracht. Sie zeigt den Alltag im Lager und die unfassbar schrecklichen Verhältnisse in den deutschen KZs.

Museum Frøslevlejr
Lejrvejen 83
DK-6330 Padborg
Fon +45 74676557
www.natmus.dk/froeslevlejren

Öffnungszeiten:

Museum in Bov/Oldemorstoft

Rund einen halben Kilometer vom Gendarmenpfad entfernt liegt das Bov Museum "Oldemorstoft". Der Hof war früher Sitz des Amtsvorstehers und aufgrund der Nähe zum Heerweg auch „königlich privilegierter“ Gasthof. Mehrere Könige haben hier übernachtet, u.a. auch König Christian IV., der einige Briefe von Oldemorstoft aus auf den Weg gebracht hat. Heute ist in dem für Südjütland typischen Hof ein Heimatmuseum mit einer schönen Ausstellung zur regionalen Geschichte untergebracht.

Oldemorstoft
Bovvej 2
DK-6330 Padborg
Fon +45 74675150
www.museum-sonderjylland.dk

Öffnungszeiten (1. April – 31. Oktober):

Wassermühle in Kruså

Rund 500 Meter vom Gendarmstien entfernt befindet sich am Mühlenteich (Møllegården 25) die Wassermühle in Kruså, die jedoch nur von außen besichtigt werden kann. Die Mühle wurde im Jahr 1964 stillgelegt.

 

Übernachten und Essen

Hotel Frøslev Kro

Padborg / Vestergade 3 – Zimmer und Restaurant - www.froslev-kro.dk 

Bov Kro

Padborg / Hærvejen 25 – Zimmer und Gaststätte - www.bovkro.dk

Kruså Camping

Kruså / Aabenraavej 7 – Campingplatz, Miethütten und Cafeteria - krusaacamping.dk

Hot Dog Bar

Kruså / Flensborgvej 10 – typischer dänischer Imbiss

La Perla

Kruså / Flensborgvej 24 - Pizza und Grill - www.laperla-krusaa.dk

Persönlicher Bericht

Vor der Wandertour

Schon länger plante ich, eine Wanderung an der Ostsee zu unternehmen. Im Sommer 2013 war es dann soweit – als Dänemark-Fan entschied ich mich für den Gendarmenpfad. Denn er ist „überschaubar“, führt durch eine landschaftlich schöne Region – das südliche Dänemark an der Flensburger Förde, der Weg sollte nicht zu beschwerlich sein, das Gepäck leicht sein und die Vorbereitung nach Möglichkeit nicht zu viel Zeit beanspruchen. Die erforderlichen Informationen bekam ich aus dem Booklet des Sonderjyllands Amt „Gendarmenpfad“.

Ich mag ungeplante Reisen und Touren, nichts muss perfekt sein. Gerne lasse ich mich überraschen von Landschaften, Menschen, Situationen, Wetter … Und Best- und Höchstleistungen stehen bei mir sowieso nicht auf dem Programm. Da ich mir kleine Etappen vornahm und einen Fahrer hatte, der mich zu Start- und Zielorten hinfuhr bzw. abholte, musste der Tag auch nicht weiter „durchgetaktet“ werden. Auch Übernachtung und Verpflegung brauchte ich nicht zu planen.

Mein Versuch, Mitwanderer für die Strecke zu gewinnen, blieb allerdings erfolglos. Dänemark – ach nein, zu anspruchslos, wenigstens Harz wäre schön oder Alpen … das sind nur einige der Antworten, die ich hörte. Gut, dann eben alleine!

Aus dem Wanderbericht vom 13. Juli 2013

Gegen 11.00 Uhr gehe ich los, ich habe heute nur eine kurze Strecke vor mir. Ich geniesse die Landschaft. Die Geschichte dieses Weges erschließt sich mir nicht. Was erwarte ich – patrouillierende dänische Grenzgendarmen mit geschulterten Gewehren? Vielleicht sollte ich noch ins Heimatmuseum Oldemorstoft in Bov gehen, um mich einzustimmen. Ich weiß nicht, wie lange ich schon gelaufen bin – plötzlich stehe ich vor einem Gatter, das zu einer Kuhweide gehört. Rund 100 Meter entfernt steht im Schatten von alten Eichen eine Herde Rinder - Jungtiere. Ich bin zwar auf einem Bauernhof groß geworden, aber vor jungen Kühen und Bullen habe ich auch heute noch einen Höllenrespekt, als Kind verspürte ich sogar panische Angst, die sich auch jetzt breit machen will. Stehe hier in Dänemark und traue mich nicht über eine Kuhweide. Was tun? Zurückgehen? Wo ist das nächste Gatter? Ich entdecke es in rund fünfzig Metern. Gut. Das schaffe ich. Ich gucke mir die Verriegelung genau an, öffne das breite Tor einen Spalt, schließe es leise und gehe ruhig und gelassen zum nächsten Gatter. Drehe mich nicht um. Erwarte eigentlich das donnernde Geräusch von Rinderhufen, das sich mir von hinten nähert. Öffne schließlich das zweite Viehgatter und gehe hindurch. Hinter mir fällt es mit metallischem Klang zu. Geschafft. Ich drehe mich um: Die Herde steht immer noch ruhig und wiederkäuend im Schatten.

(Renate Lorenzen)