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24 Fuß-Yacht auf Abwegen ... Teil 1: Fluss- und Kanalfahrt 2014

Der folgende Bericht wurde uns von Roswitha Zellmer und Manfred Eichert zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns dafür ganz herzlich. Das Rentnerehepaar sucht immer wieder neue Herausforderungen und ging im Jahr 2014 mit ihrer Segelyacht auf eine Fluss- und Kanalfahrt.

Berlin – Ostsee – Berlin – Mittelland-Kanal – Amsterdam – Paris – Burgundkanal - Saint Jean de Losne/Saone/Frankreich

Die Vorplanung

Flussfahrt1Der Skipper Manfred beim Auslaufen in Berlin (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Im Vorjahr hatten wir an Bord der SY PLEJADE im schwedischen Hafen Skatan bei Klönschnack und einem guten Tropfen Wein vom Skipper Peter und Frau Alo interessante Törngespräche, die unsere Reiseplanung für das Jahr 2014 beeinflussen sollte. Beide Eheleute im gemäßigten hohen Alter hatten u.a. von ihren langjährigen Mittelmeer Törns berichtet. Besonders beeindruckend war die Schilderung ihrer Anreise mit gelegtem Mast dorthin über Holland und Frankreich. Peter meinte, eine solche Flussreise wäre auch für unser Schiff durchaus machbar und wunderschön.

In den Wintermonaten setzten wir uns mit diesen Gedanken auseinander: Können wir es wagen mit unserer kleinen „Nussschale“ einer Sirius 24, die für Küstengewässer-Fahrten bewährt ist, dieses Vorhaben durchzuführen. Schafft unser kleiner 7 PS Motor Volvo Saildrive diese Belastung?

In den letzten 3 Jahren hatten wir die “Kleine Ostsee“ gerundet, die schwedische Westküste bis hinauf nach Oslo sowie in 2013 die schwedische Ostküste im Bottnischen Meerbusen bis zu den Höga Kusten befahren. Statt „Segeln“ nun überwiegend „Motorfahrt“ auf Flüssen und Kanälen. Eine besondere neue Herausforderung für uns, wir das Rentnerehepaar Bordfrau Roswitha Zellmer, 67 Jahre und Skipper Manfred Eichert, 73 Jahre.

Flussfahrt2Die Bordfrau Roswitha beim Schleusen (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Nach Abwägung aller Möglichkeiten und Infos entschieden wir uns für eine Fluss-und Kanalfahrt mit vermutlich vielen Schleusenmanövern. Von nun an lautete unser Motto für 2014 scherzhaft: Wir wollen mit dem Boot nach Paris.

Hier die technischen Daten der SY MAROS: Sloop, Bootslänge 7,20 m, Tiefgang 1,20 m, Segelfläche 30 m2, Baujahr 1979 mit einem 7 PS Volvo Saildrive Motor ausgestattet. Weitere Ausrüstung wie automatische Pinnensteuerung, GPS Garmin, 6 Automatik-Rettungswesten, Sicherheitsgurte, Garmin Seekartenplotter 521 s, runde Zusatzfender befanden sich an Bord, entsprechendes Kartenmaterial wurde beschafft (Fluss- und Kanalkarten).

Wir waren bis auf einige Schwachstellen am Boot soweit gerüstet. Eine generelle Motorüberholung sollte vorher unbedingt durchgeführt werden. Dazu mussten wir die MAROS zuerst nach Stettin und Freest (Peenestrom) bringen.

Logbuchauszug

Die Reise startete am 7. April 2014 in Berlin und dauerte bis zum 23. September 2014.

Der Törn ging über Berlin, Oder-Havel-Kanal, Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße, West-Oder, Stettin (Mast gesetzt), Stettiner Haff, Peenestrom, Freest (Motorüberholung), zurück nach Stettin (Mast gelegt) und Berlin, Mittelland Kanal, Rhein abwärts (Wesel), Ijssel, Amsterdam, die Vecht (Utrecht), Maas Kanal, Maastricht, Belgien (Namur), Maas, Marne, Seine (Paris), Haute Seine, Yonne, Burgund Kanal, Saonne- Saint Jean de Losne/Frankreich (Winterliegeplatz).

Küstenwache kontrolliert unser Boot

Flussfahrt3Rettungskreuzer „Doornkaat“ im Einsatz (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Am 11. April 2014 laufen wir bei dichtem Nebel auf der Oder von der Stettiner Werft aus. Die Sicht beträgt ca. 50 m. Wir hoffen, dass der Hochnebel sich bald auflöst und wir im Stettiner Haff die Segel setzen können. Nach einer gemäßigten Motorfahrt werden wir von einem polnischen Küstenwachboot überholt, aufgefordert zu stoppen und in eine Seitenbucht zu fahren. Das Wachboot kommt längsseits und kontrolliert unsere Papiere. Die Beamten lassen sich viel Zeit bei den Überprüfungen, vielleicht auch wegen der Sprachschwierigkeiten. Nach ca. 1 Stunde war das Procedere beendet und wir durften - nachdem sich auch der Nebel aufgelöst hatte - unsere Fahrt zum Haff fortsetzen, aber bitte schön rechts fahren. Im Stettiner Haff wird gesegelt und am Abend in Mönkebude festgemacht.

Rettungskreuzer „Doornkaat“ schleppt die MAROS

Nach dem Auslaufen am 12. April 2014 aus Mönkebude hatten wir wieder potten dicken Nebel und Windstille. Mit mäßiger Motorfahrt schlängelten wir uns aus der Fahrrinne bis zur Ansteuerungstonne. Die Sicht war immer noch schlecht, Fischereifähnchen überall. Auf Nordkurs motorten wir weiter, bis es urplötzlich ruckte und der Motor aussetzte. Nichts ging mehr, wir dümpelten im Nebel bei Windstille im Kleinen Stettiner Haff vor uns hin.

Flussfahrt4Der Übeltäter wird entfernt (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Über UKW Kanal 16 meldeten wir uns bei der Seenotrettungstelle in Bremen. Da keine unmittelbare Gefährdung für Schiff und Personen vorlag, könnte der Seenotkreuzer „Doornkaat“, der in der Nähe stationiert ist, Schlepphilfe leisten. Damit waren wir einverstanden. Eine schnellere, bessere Hilfe war im Moment nicht möglich. Nach ca. 2 Stunden Wartezeit näherte sich der Rettungskreuzer und zog uns zurück in den Hafen Mönkebude.

Die MAROS wurde per Kran aus dem Wasser gehoben und das Netz aus der Schraube entfernt. Danach konnten wir unsere Fahrt problemlos Richtung Wolgast fortsetzen. Für das Schleppmanöver haben wir 300,00 Euro an die Rettungsgesellschaft überwiesen. Ein nicht ganz billiger Spaß. Es wird uns für künftige Nebelfahrten eine Lehre sein.

Über Mittelland Kanal und Rhein Richtung Holland

Das Boot wird für mehrere Monate mit Proviant, Diesel, Lesestoff und allen notwendigen Dingen ausgerüstet. Die Kanal-und Flußreise beginnt am 9. Juni 2014 bei Dauerhitze von 24° ab Berlin über Teltow Kanal, Potsdamer Havel, Elbe Havel Kanal, Mittelland Kanal, Weser Dattel Kanal zum Rhein bei Wesel. Die Schleusen waren überwiegend für die Berufsschiffahrt ausgerichtet, aber auch für Sportboote. Schwimmpoller erleichterten die Leinenarbeit. Im Verhältnis zu den Schleusen in Frankreich ein Kinderspiel.

Flussfahrt5Plattbodenschiffe in Spakenburg (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Stopps hatten wir in den Marinen von Brandenburg, Burg, Haldensleben, Braunschweig, Hannover, Minden, Ricke, Münster, Dorsten und Byland (Holland). In Hannover mussten wir ein großes Besichtigungsprogramm mit Rosis Cousin Willfried und Ehefrau Moni, u.a. Besuch von Schloss Herrenhausen, ableisten. Auch in Münster gefielen Fachwerkbauten und die bunte Altstadt. Die Rheinfahrt sahen wir etwas mit Sorge wegen der Berufsschiffahrt, die ihre besonderen Regeln hat, u.a. „Blaue Tafeln„ einsetzt, mit deren Hilfe Schiffe im Binnenland signalisieren, an welcher Seite das entgegenkommende Schiff passieren soll. Die kurze Rheinfahrt bis Byland/Holland war kein Problem.

Am 26. Juni 2014 erreichen wir die Marina in Byland und gönnen uns einen Ruhetag. Wir sind gut im Zeitplan und entscheiden uns kurzfristig für einen Abstecher über das Randmeer Ijsselmeer nach Amsterdam. Über Hattem und Spakenburg erreichen wir den Sixhafen von Amsterdam.

Amsterdam bis Paris

In Amsterdam hatten wir 2 Ruhetage, ausgiebig zum Relaxen, Stadtbummel, Grachtenfahrt, Museen besucht, Anne Frank Haus, Rotlichtviertel und den vielen Radfahrern ausgewichen. Eine liebenswerte Stadt, überall viel Blumen und nette Holländer.

Die Weiterfahrt über die Vecht nach Utrecht durch die Innenstadt war ein eindrucksvolles Erlebnis. Fahrt über Mervede Kanal und Waal-Maas Kanal nach Venlo und Maas Juliana Kanal nach Maastricht, Abschied von Holland Kurs Belgien nach Namur, Dinant und Waulsort.

Fahrt von Revin nach Charleville, le Chesme Bairon nach Berry on bac über Verbindungskanal Maas bis Conte zur Marne und weiter nach Cheteau-Therry, dann Weiterfahrt Marne Kanal nach Meaux bis kurz vor Paris.

Ankunft Paris am 16. Juli 2014 im Hafen Arsenal im Herzen von Paris.

Die Metropole Frankreichs – Paris

Flussfahrt7Mit Enkelin Luisa auf dem Eiffelturm (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Die nächsten 4 Wochen liegen wir mit der MAROS sicher im Pariser Stadthafen Port Arsenal. Unser Ausflugs- und Besichtigungsprogramm ist täglich reichlich ausgefüllt, zumal die Enkelkinder Luisa (9 Jahre) und Justus (12 Jahre) in der Ferienzeit unsere Bordroutine auflockerten. Roswitha hatte die Flugreisen organisiert (Berlin-Paris und zurück) und „Easy Jet“ dabei kräftig unterstützt.

Besonders eindrucksvoll waren wohl die Abendfahrten auf der Seine in Richtung Eiffelturm. Die Seine-Ausflugsschiffe fuhren dicht an dicht im Abendlicht, so dass der Skipper heilfroh war, nicht mit der MAROS hier entlang zu „schippern". Der Eiffelturm im Funkel-Licht brachte bei allen ein „Ah“ und „Oh“ hervor. Ein faszinierender Anblick.

Unser Besichtigungsprogramm umfasst alle „High lights“. Mit der Metro waren die Sehenswürdigkeiten und Museen bequem zu erreichen. Paris hat unendlich viel zu bieten. Wir hatten vor Jahren unsere Hochzeitsreise hierher gemacht. Letztlich gaben die Enkelkinder das Programm vor. Nicht fehlen durfte der Besuch der Kathedrale Notre Dame, der Louvre mit dem Bildnis der Mona Lisa, das Orsay-Museum, Sacre Coeur und Künstlerviertel Montmatre, Eiffelturmbegehung am Abend mit Lichtermeer und Sicht auf die Pariser Skyline, Kanal-und Schleusenfahrt, und .. und .. und. Es ist unmöglich alles aufzuzählen. Für die Kinder war es ein Riesenerlebnis, zumal auch das Wetter mitspielte.

Von Paris mussten wir nach 4 Wochen schönster Erlebnisse Abschied nehmen. Am 13. August 2014 erfolgte die Weiterfahrt auf der Seine und Yonne nach Draveil (Marina). Wir fahren durch wunderschöne Landschaften, mit noch wenigen Schleusenmanövern über Melun nach Montereau, wo wir einen folgenschweren Ruhetag einlegten.

Ramming durch Motorboot

Am 17. August 2014 an einem Sonntagmittag, wir hatten am Uferstrich der Marina festgemacht und waren unter Deck, als es plötzlich am Vorschiff stark rumste. Was war geschehen? Ein englisches Motorschiff namens „Melody“ schrammte mit seinem Heck beim Anlegen an unserer vorderen Steuerbordseite vorbei. Wir sprangen sofort an Deck und begutachteten den Schaden, es waren einige Kratzer an der Außenhaut erkennbar. Wir bemühten uns mit dem Skipper Kontakt aufzunehmen, doch der verschwand nach der Ramming sofort unter Deck und wurde nicht mehr gesehen.

Das war nicht “gentlemen like“. Anschrift und Versicherung des Verursachers haben wir dann vom Hafenmeister erhalten, wegen möglicher Regressansprüche. Nach reiflicher Überlegung belassen wir es, weitere Schritte einzuleiten. Es hätte wohl nur noch weiteren Ärger bedeutet, zumal der Schaden uns fahrtechnisch nicht weiter beeinträchtigte.

In Sens und Joigny standen Stadtrundgänge, Musikveranstaltungen, Besichtigungen von Kathedralen, Begegnungen, etc. auf unserem Programm. Danach verließen wir die Yonne und steuerten den Burgund Kanal an.

Der Burgund Kanal - Canal de Bourgogne

Flussfahrt8Roswitha in Aktion (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Am 21. August 2014 fahren wir in den Burgund Kanal ein mit Stopp in Brienon. Der Kanal verbindet die Flusstäler von Yonne und Saone und durchschneidet das Tal des Ammancon bei einer Länge von insgesamt 242 Kilometern und 191 Schleusen. Es beginnt eine schleusenreiche Fahrt für die nächsten Tage. Ein Glücksfall für uns ist, dass ein französisches Boot, die MS „VECHT“ als Begleitboot und Vorausfahrer auf der gesamten Kanal- und Schleusenstrecke hilfsbereit Unterstützung leistet. Die Verständigung bleibt leider nur in Zeichensprache oder mit unseren mäßigen Schulenglisch. Nach einem Tagestörn machen wir am 22. August 2015 nach 35 Kilometern und 16 Schleusen in Tonnerre fest.

In Tönnerre wird der Ruhetag für Besichtigung Dom, Wochenmarkt und der Fosse Dionne (Grüne Quelle) genutzt. Das abendliche Konzert vor dem Dom gefiel uns sehr. Die Burgund Region mit ihren architektonischen Juwelen Chateaus, Burgen , Schlösser und mittelalterlichen Stadtbildern begeistert uns. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

Grundberührung

Flussfahrt9Im Burgund Kanal (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Die Wassertiefe des Kanals war mit 1,50 m angegeben. So hatten wir mit unserem Tiefgang von 1,20 m angeblich keine Probleme. Doch leider hatten wir mehrmals Grundberührung, einmal blieben wir längere Zeit im Schlamm und Modder (Wasserpflanzen) stecken, dass wir glaubten, dies ist das Ende unserer Reise. Der Motor qualmte und Boot bewegte sich nicht mehr von der Stelle. Unser Begleitboot lag weit voraus in der Schleuse, konnte uns also nicht helfen. Mit viel Geschick – Vor-und Rückzug des laufenden Motors - konnten wir uns letztlich von Schlick und „Gemüse“ befreien und die Fahrt fortsetzen. Der Wasserstand im Kanal war aufgrund des regenarmen Sommers um einige Zentimeter gesunken, was uns vorsichtig machte. Einmal hatten wir direkt unter einer Brücke - mittig - eine kurze Ruck-Kollision mit einem Stein, wohl ohne weiteren Schaden. In der Karte fehlte jeglicher Hinweis auf diese Untiefe. Bei jeder Brückendurchfahrt hielten wir den Atem an und fuhren langsamer hindurch. Von weiteren Erlebnissen dieser Art blieben wir verschont.

Mit unserem Tiefgang von 1,20 m war beim Anlegen an Ufer und Kaimauern immer Vorsicht geboten, weil zu flach oder fehlende Poller/Klampen. Haben einmal unseren Buganker als Festmacher ausbringen müssen oder bei MS Vecht längsseits fest gemacht. In Zukunft werden wir uns mit Material (Heringe zum Einschlagen an Land) ausrüsten.

Tunnelfahrt

Flussfahrt10Tunnelfahrt (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Die Fahrt auf dem Burgund Kanal geht weiter über Tanlay, Ancy de France, Ravieres, Montbard, Vaneray, Marigny, Pont Royal und Pouilly. Erreichbare Sehenswürdigkeiten wie Chateau de Tanlay und Chateau d'Ancy de France gehörten zum Programm.

Am 2. September 2014 waren wir für die 3.349 Meter lange Tunnelfahrt ab Pouilly angemeldet. Ausgerüstet mit Sprechfunk, Schwimmwesten, Passierschein und Stablampe waren wir nach kurzer Fahrzeit problemlos hindurch. In Vandenesse angekommen wanderten wir zum Schloss und Bergdorf Chateauneuf hoch auf einen Berghügel mit toller Aussicht, sehenswert.

Von Dijon bis Saint Jean de Losne-Saonne - Winterlager

Über Pont de Ouche geht es weiter nach Gissey, Pont de Pany, Plombierre und Dijon. Vom 8. – 10. September verbleiben wir mit einem großen Besichtigungsprogramm in Burgunds Hauptstadt. Am 12. September erreichen wir über Aiserey die Marina Saint Jean de Losne/ Seonne. Das Ende des schleusenreichen Burgund Kanals ist erreicht. Wir entschließen uns nicht weiter zu fahren, geplant war Pont de Vaux, weil die Zufahrt über den Kanal dorthin mit 1,20 m Wassertiefe ein zu hohes Risiko für uns gewesen wäre. In der Marina H2o sind alle Versorgungsmöglichkeiten für ein Winterlager vorhanden. Die Liegeplatzgebühr von Oktober 2014 bis April 2015 beträgt 907,00 Euro. Wir bleiben bis zum 23. September an Bord, werden von Jürgen mit dem PKW abgeholt und fliegen von Basel zurück nach Berlin.

Die Reise 2014 ist beendet.

Fazit

Flussfahrt11In Saint Jean de Losne, Skipper und Frau (Foto: SY MAROS Zellmer / Eichert)Vorbereitung und Durchführung der Reise waren in keine Zeitschiene gepresst. Natürlich mussten wir uns für Paris nach den Ferien der Kinder und den Buchungsterminen der Flüge ausrichten, dies war aber machbar.

Segelabenteuer fielen aus, dafür mussten wir uns mit den „Motorbooten“ und deren Besatzungen arrangieren, was uns neue Erkenntnisse und Freundschaften einbrachte. Ein Kenner sagte uns, was wir insbesondere über Frankreich erlebt und gesehen haben, ist den meisten Franzosen wohl so nicht bekannt. Er mag Recht haben.

Wegen der vielen Schleusen von insgesamt 393 für die Bordfrau eine äußerst harte und arbeitsintensive Strecke, allein der Burgund Kanal mit 193 Schleusen war eine Tortur. Ich hoffe, es bleiben keine nachhaltigen Schäden.

Die gesamte Reise ging über 2.718 Kilometer. Es wurden 60 Häfen besucht. Der Segelanteil betrug 65 Seemeilien, vorwiegend im Stettiner Haff. Irgendwann muss das Boot wieder zurück in den Heimathafen Berlin beim SCF. Wie das geschehen soll ist noch offen.

Trotz alldem freuen uns schon auf die Saison 2015 – Flussfahrt - Ziel: Rhone oder Mosel?

(Roswitha Zellmer und Manfred Eichert - veröffentlicht aus ostsee-portal.info)

 

Zu Teil 2 der Kanal- und Flußfahrt mit SY MAROS